Regionalmeisterschaft 2008 in Aarau
Schönenwerd durfte mitstrahlen
Synchronschwimmen Regionalmeisterschaft der Zentralschweiz West in Aarau
Die Bernerinnen dominierten die Regionalmeisterschaft in Aarau. Freuen durfte sich aber auch der Synchronschwimmverein Schönenwerd, der den Anlass organisierte.
«Tränen sind dieses Mal nur wenige geflossen», sagte Béatrice Bonjour nach den Wettkämpfen. Mit anderen Worten: Die Trainerin des Synchronschwimmvereins Schönenwerd (SVS) war zufrieden mit der Leistung ihrer Mädchen im Hallenbad Telli. Sie hatte auch allen Grund dazu. Von den 20 Wettkämpferinnen, die für den SVS an der Regionalmeisterschaft an den Start gingen, schafften es 17 aufs Podest.
Wertvoller Rat vom Olympia-Duo
Das Team Novizen schwamm auf Rang zwei, jeweils Platz drei schaute für das Team Junioren und das Team Nachwuchs heraus. Gekrönt wurde die gute Leistung des SVS von Noëmi Heiniger. Die 10-Jährige aus Schönenwerd holte sich in der Kategorie «Solo Nachwuchs» die Goldmedaille. «Ein Zufall war diese Leistung nicht», sagte Bonjour. «Noëmi ist talentiert und sehr ehrgeizig.» Seit viereinhalb Jahren ist sie beim SVS und trainiert sechs bis acht Stunden die Woche. In Zukunft möchte Noëmi noch mehr für ihren Sport tun. Ganz besonders motiviert hat sie eine Begegnung im letzten Dezember. Weil sie einen Wettbewerb gewann, durfte sie mit Magdalena Brunner und Ariane Schneider essen gehen, den besten Schweizer Synchronschwimmerinnen.
«Die beiden haben mir viele interessante Dinge erzählt und auch einige Tipps gegeben», sagt die 10-Jährige stolz. Das müssen wertvolle Ratschläge gewesen sein, denn das Berner Duo Brunner/Schneider qualifizierte sich am Freitag in Peking für Olympia. Wegen dieser Qualifikation fehlten die zwei Spitzenschwimmerinnen in Aarau. Dennoch war am Wochenende im Telli hochstehender Sport zu sehen. 160 Wettkämpferinnen bestritten die Regionalmeisterschaft des Verbands Zentralschweiz West, zu dem die Kantone Aargau, Bern, Solothurn, Luzern, Baselland, Baselstadt und das Tessin gehören. Den stärksten Eindruck hinterliessen die Bernerinnen. In sieben von elf Wettkämpfen standen sie zuoberst auf dem Podest.
«Um mit den Besten mithalten zu können, brauchten wir ein Hallenbad, das uns ständig zur Verfügung steht», sagte Judith Piller, seit 25 Jahren SVS-Mitglied. «Die Schwimmerinnen der Spitzenklubs können praktisch täglich im Wasser trainieren, unsere Mädchen nur zwei-, dreimal die Woche.» Doch ärgern wollte sich Piller deswegen nicht. Als OK-Präsidentin der Regionalmeisterschaften hatte sie allen Grund, zufrieden zu sein. Das dickste Kompliment gabs von offizieller Seite - von Schiedsrichter Sisto Salera. «Die Organisation war weltmeisterlich», sagte er. Was will man mehr?
Aargauer Zeitung / MLZ 23.04.2008
Showschwimmen Schönenwerd 2008
Stets mit einem Lächeln auf den Lippen
Der Synchronschwimmverein zeigte am traditionellen Showschwimmen vom Samstagabend Duette, Kombinationen und Gruppenküren. Das Publikum zeigte sich begeistert von den Vorführungen.
Am Samstagabend fand in Schönenwerd das Showschwimmen des Synchronschwimmvereins Schönenwerd statt. Nebst den Darbietungen der Schwimmerinnen im Wasser gab es auch an Land eine Modeschau von «antiken» bis zu modernen Badekleidern.
Die vielen Besucher im Hallenbad Schönenwerd durften sich auch in diesem Jahr wieder auf ein abwechslungsreiches und witziges Programm des Synchronschwimmvereins freuen. Daniel Hess führte durch den Abend. Den Einstieg machten die Synchrofits. An Land fielen zuerst die originellen und speziellen Outfits für den Schwimmsport auf. Im Wasser überzeugten sie dann mit wunderschönen Formationen und Figuren.
Noëmi Heiniger schwamm anschliessend ihr Solo zu einem modernen Song von Ariell. Noëmi Heiniger nutzte das Becken voll aus. Auch das darauf folgende Team «Jugend 2» meisterte seine technisch anspruchsvolle Kür mit Bravour. Die Gruppe «Masters» musste an diesem Abend gleich zweimal ins Wasser: einerseits mit ihrer freien Kür, in welcher vor allem die Hebefiguren viel Applaus und Begeisterungsrufe erhielten, andererseits mit der technischen Kür. «Masters» wird damit in diesem Jahr an den Schweizer Meis- terschaften antreten. Auch die anderen Gruppen zogen die Zuschauer in ihren Bann › ob sie nun noch in den Anfängen des Synchronschwimmens stecken oder bereits an ersten Wettkämpfen teilnehmen dürfen.
Bademode an Land
Die Attraktion an Land war in diesem Jahr eine Modeschau. Diese zeigte die Entwicklung des Badekleides, angefangen von Badekleidern aus den 20er-Jahren bis hin zu modernen Bikinis. In Szene gesetzt wurden sie in Laufstegmanier und mit viel Witz durch verschiedene Schwimmerinnen. Eine weitere Attraktionen im Wasser war die «Free Combination». Sie wurde sowohl als Gruppenkür, als Duett als auch als Solo geschwommen. Die Schwimmerinnen dieser Kür waren aus verschiedenen Gruppen zusammengesetzt. Sie konnten ihr Können individuell unter Beweis stellen.
Blickte man während einer Kür in die Gesichter der Schwimmerinnen, sah man absolute Konzentration und freundliche Lächeln. Wer sich denkt, es sei einfach, während einer Kür fortwährend zu lächeln, der hat sich getäuscht. Auch den Frauen aus Schönenwerd fiel es schwer, sich ihre Anstrengung nicht anmerken zu lassen und immer zu lächeln. Lächeln will eben › wie alles andere auch › gelernt sein.
Gelungener Schlussakt
Zuletzt dankte Judith Piller allen Trainerinnen und Trainern sowie den Eltern, die auch in diesem Jahr dafür gesorgt haben, dass das Showschwimmen für die Besucher ein Erlebnis wurde. Das Ende des Abends bildete die Schlusskür, in der die 37 Schwimmerinnen noch einmal ins Wasser durften. Ein absolut gelungener Abschluss. Denn so schnell vergisst niemand mehr das Bild, als die Synchronschwimmerinnen im dunkeln Hallenbad, beleuchtet durch das Licht im Wasser, ihre Kreise zogen.
Ein Vorteil hatte das Synchronschwimmen gegenüber allen Fussballanlässen: Während man bei diesen nicht genau wusste, ob sie wegen des Regenwetters stattfinden würden, war beim Synchronschwimmen sicher, dass es nur mit Wasser geht › bei jedem Wetter.
Die Regionalmeisterschaft des Regionalschwimmverbandes Zentralschweiz West findet im Hallenbad Telli in Aarau statt. Der Synchronschwimmverein Schönenwerd schwimmt am Samstag, 19. April, zwischen 16.15 und 21 Uhr sowie am Sonntag, 20. April, zwischen 9.15 und 17 Uhr.
Trainingswoche Frühling
Füdli spannen, Beine in die Höh'
Schönenwerder Synchronschwimmerinnen bereiten sich auf Showschwimmen und Regionalmeisterschaften vor
Auch wenn sie noch so gerne möchten: Die jungen Schwimmerinnen können nicht sogleich ins Becken hüpfen. Vor dem Gang ins Wasser muss erst trockenen Fusses aufgewärmt werden: Zuerst ein paar Minuten Seilspringen, dann (Morgen-)Gymnastik, ein wenig Krafttraining. Schon nach einer Viertelstunde aber ist das vorbei: Die Badekappen werden aufgesetzt, die Schwimmbrillen und Nasenklemmer montiert.
Der Synchronschwimmverein Schönenwerd SVS führt derzeit seine Trainingswoche durch. Es gilt, den letzten Schliff zu holen für die Regionalmeisterschaften in Aarau am übernächsten Wochenende, die heuer vom SVS organisiert werden. Vorher schon, quasi als Hauptprobe, findet am Samstagabend ab 19.30 Uhr im Schönenwerder Hallenbad Feld das traditionelle Showschwimmen statt. In Aarau soll es gemäss Cheftrainerin Judith Piller die eine oder andere Medaille zu bejubeln geben. Die langjährige Ausbildnerin definiert aber bewusst realistische Ziele, weiss sie doch: «Die Kinder sind masslos enttäuscht, wenn man nicht das erreicht, was man sich vorgenommen hat.»
Das Einschwimmen beginnt - aber nicht etwa individuell. Zu absolvieren ist ein vorgegebenes Programm mit verschiedenen Schwimmstilen. Am Beckenrand werden dabei die erreichten Zeiten gestoppt. Danach sind - immer noch während des Einschwimmens - einige «Figuren» zu zeigen. Ist dieser erste Teil abgeschlossen, gehen erstmal die meisten Hände zur mitgebrachten Trinkflasche. Vom Beckenrand ertönt derweil mehrmals die Aufforderung: «Lose und luege!» Die Cheftrainerin gibt weitere Anweisungen.
Judith Piller wird tatkräftig unterstützt von ihrer Tochter Claudia Piller - sie ist wie ihre Mutter im Besitz des Trainerdiploms A - sowie vier Assistenztrainerinnen. Drei Teams, aufgeteilt in verschiedene Altersstufen, sind zu betreuen. Die 21 Schwimmerinnen sind zwischen knapp 10 und 17 Jahren alt. Eine Akteurin, die bereits in der Lehre ist, musste extra eine Woche Ferien zugunsten der Trainingswoche opfern. Nicht minder hoch einzuschätzen: die Trainerinnen verzichten für ihre ehrenamtliche Arbeit ebenfalls auf Ferien.
Nach dem Einschwimmen werden Figuren geübt. Judith und Claudia Piller beobachten diese vom Beckenrand aus und bringen nach dem Auftauchen der Schwimmerin Korrekturen an: «Sabrina, probiere, nicht eine Schraube zu machen, sondern wirklich einen Twirl.» Oder: «Laura, probiere wenn möglich, die Schraube noch länger zu machen.» Beide hantieren zudem mit Videokameras. Nach dem Mittagessen werden neben Trockenübungen und afrikanischem Tanz als Auflockerung nämlich auch Videoanalysen auf dem Programm stehen. Die Anweisungen erfolgen bestimmt, aber stets in freundlich-aufmunterndem Tonfall. Allerdings: Die Schwimmerinnen sind auch sehr brav und diszipliniert, laut werden seitens der Trainerinnen ist gar nie nötig.
Die augenfällige Disziplin ist keine Selbstverständlichkeit. Laut Judith Piller muss den Neo-Synchronschwimmerinnen oftmals zuerst Disziplin beigebracht werden. «Ohne Disziplin erreichen sie nichts, in diesem Sport ohnehin nicht», sieht sie es über den Sport hinaus als Aufgabe, «den Kindern bewusst zu machen, dass einem nichts geschenkt wird». Stolz berichtet sie, dass es Kinder gebe, deren schulische Leistungen sich massiv verbessert hätten, seit sie Synchronschwimmen betrieben. Die Aufgabe einer Trainerin sei es, die Aufmerksamkeit der Kinder zu bekommen, was unterschiedliche Herangehensweisen erfordere.
Als erstmals Musik ertönt, hat die zehnjährige Noemi Heiniger ihren (kurzen) Auftritt. Sie ist momentan die einzige Solosynchronschwimmerin der Schönenwerderinnen. Solosynchronschwimmerin? Ja, auch das gibts. Als solche muss man nicht zu einer oder mehreren Partnerinnen synchron schwimmen, sondern «nur» zur Musik. Bald wird in Duetten oder Gruppen geübt. Die immergleiche Musik ertönt aus den Lautsprecherboxen. Übrigens auch unter Wasser: In der einen Ecke des Beckens ist eine Box montiert. Ist der Geräuschpegel in der Halle sehr laut, ist die Musik unter Wasser sogar manchmal besser zu hören als über Wasser, wie Claudia Piller erklärt.
Immer wieder schöne, ästhetische Bilder: In einer Bassinecke recken sich gleichzeitig acht Fusspaare in die Höhe, Sekunden später dann die dazugehörigen Köpfe. Die Blicke der Schwimmerinnen gehen zur Trainerin, mit nach Luft schnappenden Mündern warten sie freudig auf Feedback. Die Szene erinnert an eine Delfinshow. Auf Essenshäppchen warten die Schwimmerinnen allerdings vergebens. Claudia Piller sagt, was gut war, was nicht - und dann dasselbe nochmals, und nochmals. X-mal ist dieselbe Passage des Musikstücks zu hören. Immer und immer wieder muss die Helferin am Musikgerät zurückspulen.
Nach rund anderthalb Stunden Schwerarbeit dann eine Pause: Es wird etwas getrunken, vielleicht kurz etwas gegessen, ein trockenes Badkleid angezogen. Den Jüngsten ist die Pause offenbar zu lang. Schon nach wenigen Minuten sind sie zurück und schauen den Ältesten zu, die jetzt zu ihrem Musikstück Figuren zeigen. Um halb elf Uhr dürfen die Kleinsten endlich wieder ins Wasser - und freuen sich sichtlich.
In den letzten Jahren gab es beim SVS nur wenige Neulinge. Synchronschwimmen ist ein sehr fordernder, zeitintensiver Sport. Den grossen Aufwand will so manche Synchronschwimmerin irgendwann nicht mehr betreiben, andere können nach einigen Jahren der Sportausübung «kein Wasser mehr sehen», wie Judith Piller ausführt. An diesem Tag ist davon überhaupt nichts zu sehen. Um 11.40 haben die Wassernixen noch immer viel Spass. Langsam leicht ermüdet wirken hingegen die Betreuer. Punkt 11.45 Uhr ist das Training beendet - dasjenige im Wasser zumindest. Nachmittags gehts «an Land» weiter. Und schon am nächsten Morgen gilt es im Schwimmbecken, weitere Fortschritte zu machen. Und vom Beckenrand wird es beispielsweise wieder heissen: «S Füdli spanne, okay?»
SVS-Wassernixen
Lustiges Team, strenge Trainerinnen
Noemi Heiniger, 10, Schönenwerd: Zeitschwimmen alleine wäre mir zu langweilig. Synchronschwimmen mit den eingeübten Figuren ist abwechslungsreicher und macht mehr Spass. Es ist gut, dass wir in der Trainingswoche vor dem Wettkampf noch Details korrigieren können. Die Trainerinnen sind nicht allzu streng, aber doch streng genug. Sonst würde man ja nichts lernen. Laura Fasnacht, 16, Gretzenbach: Man kann gemeinsam im Team etwas machen, das ist es, was vor allem Spass macht beim Synchronschwimmen - aber auch die Musik, die Beweglichkeit. Der Sport beinhaltet so viele verschiedene Elemente. Die Trainingswoche gefällt mir zwar, aber «richtige» Ferien wären schon besser. Die Trainerinnen sind ziemlich streng. Manchmal haben sie Recht mit ihren Bemerkungen, manchmal eher weniger. Joana Kotsis, 9, Schönenwerd: Die Küren machen mir Spass, und mit dem Team ist es lustig. Schwimmen gefällt mir halt einfach. Ich würde nie damit aufhören, denn ich habe hier sehr viele Kolleginnen beim SVS. Wir haben es sehr lustig zusammen, vor allem jeweils auch im Lager in den Herbstferien. Die aktuelle Trainingswoche ist gut, weil wir uns gegenseitig besser kennen lernen. Die Trainerinnen sind streng, aber das müssen sie auch sein, sonst würden wir nichts lernen - das ist wie in der Schule! Viviane Lüthi, 14, Kölliken: Ich mache das Synchronschwimmen vor allem wegen der Kombination Wasser, Tanz und Musik und auch, weil es ein Teamsport ist. Die Trainingswoche gefällt mir recht gut: Das Programm ist abwechslungsreich, und man sieht wieder mal alle Teamkolleginnen. Die Trainerinnen probieren zu helfen. Unsere Aufgabe ist die Umsetzung der Anweisungen - das gelingt manchmal besser, manchmal schlechter. Umfrage: AGU
Oltner Tagblatt / MLZ; 10.04.2008